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Beim Erweiterungs- und Vertiefungsbau des
Nord-Ostsee-Kanals zwischen 1907 und 1914 förderten die Arbeiter einen
Findling zutage, der über 3,50 Meter lang war und einen Durchmesser von zwei
Metern hatte. Er war während der Eiszeit vor etwa 200 000 Jahren vom hohen Norden, in dickes Gletschereis verpackt, bis nach Dithmarschen gelangt. Die Arbeiter versuchten, den Stein zu sprengen, um Baumaterial zu erhalten. Doch der Findling widerstand. Da in jener Zeit vielerorts Gedenksteine für den "Eisernen Kanzler", Fürst Otto von Bismarck, aufgestellt wurden, wollten auch die Bürger von St. Michaelisdonn einen haben. Also wurde der Stein auf dem Kanal bis Hochdonn geschleppt, von dort mit der Bahn zum Hoper Klev. Die letzten 200 Meter bis zum heutigen Standort waren die schwierigsten : Auf dicken, mit Schmierseife bestrichenen Bohlen wurde der Stein mit einer Handwinde von vier kräftigen Männern Zentimeterweise den Hang hinaufgezogen. |
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Am 1 Oktober 1915 fand die Richtfeier statt. Um ihn herum
setzte man vier etwas über einen Meter hohe Steine und pflanzte an der Nordseite
eine "Bismarck-Eiche". Böse Buben gruben die vier Steine 1917 aus und ließen
sie den steilen Hang herunterrollen. Die Eiche soll bei Kriegsende durch
Frevlerhand zerstört worden sein.
Im Frühjahr 1977 wollten ein paar Übermütige auch den Findling den Hang hinunterrollen lassen. Doch der Stein legte sich nur auf den Rücken. Die Verwaltung bemühte sich, den über 25 Tonnen schweren Brocken mit einem Kran anheben zu lassen. Doch die örtlichen Gegebenheiten waren zu ungünstig. Also entschloss man sich, ihn nur aufzurichten und in Kauf zu nehmen, dass der oberirdische Teil etwas niedriger wurde. Der Stein erhielt anschließend noch einen unterirdischen Betonsockel. Um das Gesamtbild ansprechender zu machen, wurde auch die Umgebung verändert, der Berg niedriger gemacht. Der Bismarck-Stein ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für viele Wanderer und Familien. Von dort oben aus hat man einen tollen Blick in die weite Marsch. Im Juni, zur Zeit der Rapsblüte, sieht sie aus wie ein leuchtend-gelber "Flickenteppich". Der Donner Heimat- und Mühlenverein e.V. hat im Jahre 2002 die Pflege dieses Platzes übernommen. Alle Besucher sind aufgerufen, diesen Ort der Erinnerung und Naturschönheit unserer Heimat in gutem Zustand zu erhalten. |