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Zwischen dem Dorfe Hopen und St. Michaelisdonn in
Süderdithmarschen findet man an dem dürren Abhange der Geest, dem Klev, eben
über der Marsch eine immer hell fließende Quelle, die der Goldsot genannt
wird. Vor vielen Jahren lag in der Nähe ein reiches Dorf ; das starb aber aus und wurde im Moskowiterkriege verödet, so dass nur ein Hirte nachblieb, dem Geld und Gut zufielen. Ehe er aber starb, versenkte er, weil er keine Erben hatte, alles in dem Brunnen, und dieser erhielt davon seinen heutigen Namen. Foto der Quelle folgt in Kürze Stößt man mit dem Stock hinein, so klingt es ganz hohl, und oft hat man auf dem Grunde des klaren Wassers ein graues Männlein mit einem dreieckigen Hut gesehen, das ein brennendes Licht in der Hand trug und es immer hin und her leitete. Kam einer hinzu und griff danach, so verschwand es. Oft hat man versucht, den Schatz zu heben. es durfte dabei aber kein Wort gesprochen werden. Einmal machten sich mehrere vom Dorf in einer Nacht auf und gruben still schweigend die Quelle auf, bis sie auf einen großen Braukessel trafen. Da legten sie einen Windelbaum quer über das Loch und befestigten Seile an dem Kessel, um ihn hinaufzuziehen, als plötzlich zu ihrem Schrecken ein ungeheures Fuder Heu, mit sechs weißen Mäusen davor, den Klev spornstreichs hinauf an ihnen vorübersauste. Doch behielten sie so viel Besinnung, dass keiner einen Laut von sich gab. Der Kessel war nun schon so weit heraufgezogen, dass sie ihn mit der Hand greifen konnten. Da kam auf einmal der graue Mann mit seinem dreieckigen Hut auf einem dreibeinigen Schimmel herauf geritten und bot den Leuten "Guten Abend!". Aber sie antworteten nicht. Als er nun aber fragte, ob er nicht noch das Fuder Heu einholen könne, rief einer : " Du Schräkel magst den Düwel!" Da versank augenblicklich der Kessel. Der Windelbaum brach und das graue Männlein verschwand. Viele junge Leute haben es nachher noch wieder versucht, aber alle sind durch ähnlichen Spuk gestört und zum Sprechen gebracht worden. Die Quelle ist heute versiegt. |